Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

15.11.2018

Wärmepumpe überholt Erdgas

Wärmepumpen sind in Deutschland erstmals die meist verwendete Heizungsart im Neubau. Hier überholen sie Erdgas-Heizungen. In genehmigten Gebäuden hätten sich 41 % der Bauherren für Wärmepumpen entschieden.

Dies teilte der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) mit. Die neue Rangfolge der Heizungsarten werde durch die Datenbank des Statistischen Bundesamts bestätigt. Der BDEW hat demgegenüber bisher lediglich eine Statistik über den Heizwärmemarkt für die ersten drei Quartale 2017 vorgelegt.

Marktanteil von 25 Prozent bis zum Jahr 2050

Ab Mitte der 2020er-Jahre rechnet der BWP mit einem Anstieg des Wärmepumpenabsatzes, wenn immer mehr Fotovoltaikanlagen aus der EEG-Förderung fallen. Der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms werde dann zunehmend attraktiv, wie aus der Vorabversion der Branchenprognose 2018 hervorgeht, die der Verband auszugsweise bei einer Tagung in Berlin vorstellte. Ohne weitere politische Maßnahmen geht der BWP von einer Absatzsteigerung von drei bis fünf Prozent jährlich aus, sodass Wärmepumpen im Jahr 2050 auf einen Anteil von 25 % an den abgesetzten Heizungen kommen dürften.

Bei zusätzlicher politischer Unterstützung rechnet der BWP dagegen mit einer Absatzsteigerung von sieben bis zehn Prozent pro Jahr und einem Marktanteil von 47 % zur Mitte des Jahrhunderts. Zu den Fördermaßnahmen zählen die Hersteller die Steuerabschreibung für energetische Sanierungen, die Entlastung des Energieträgers Strom von Abgaben sowie die Einführung des KFW-Standard "Effizienzhaus 40" bis zum Jahr 2035. Mit der Verschärfung energetischer Standards würden Wärmepumpen auch zu einem zentralen Bestandteil der Gebäudemodernisierung. Außerdem geht der Verband von einem CO2-Preis für fossil erzeugte Wärmeenergie aus. Im Jahr 2025 würde demnach ein Emissionspreis von 40 Euro pro Tonne eingeführt, der schrittweise bis auf 100 Euro pro Tonne ansteigt.

BWP-Prognose unter vergleichbaren Studien

Bei seinen Szenarien geht der BWP von einer deutlich vorsichtigeren Marktentwicklung aus als vergleichbare Studien, die den Absatz von erneuerbaren Wärmeerzeugern berechnen, der nötig ist, um die langfristigen Klimaziele zu erreichen. Während der BWP von einem Wärmepumpenbestand von 3,7 bis 8,7 Mio. Geräten zur Mitte des Jahrhunderts ausgeht, halten der Bundesverband der Deutschen Industrie, die Deutsche Energieagentur und Agora Energiewende in jüngeren Studien eine Zahl von 16 bis 17 Mrd. Geräten für nötig. Entsprechend geht der Bundesverband Wärmepumpe lediglich von einer CO2-Einsparung von 500 Mio. Tonnen selbst in seinem optimistischsten Szenario aus. /mb



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