Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

23.11.2018

Agora Energiewende empfiehlt drastische Reform des Preissystems

Mit einer CO2-basierten Reform des Steuer- und Abgabensystem im Energiemarkt lässt sich ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Papier der Politikberatung Agora Energiewende. Im Ergebnis würden Benzin und Heizöl teurer, Strom günstiger.

Das Konzept der Agora Energiewende setzt neben einem von mehreren EU-Staaten einzuführenden CO2-Preis für die Stromerzeugung auf einen kompletten Umbau des Steuer- und Abgabensystem im Wärme- und Verkehrssektor. Hier hat Agora Energiewende auf Grundlage verschiedener Vorschläge drei Varianten durchgerechnet. Eine "kleine" mit einem CO2-Aufschlag von 45 Euro pro Tonne. Dies würde nur einen leichten Anstieg der Preise für Benzin, Diesel oder Erdgas von rund 12 Cent mit sich bringen. Eine größere mit Lenkungswirkung zu mehr Klimaschutz wäre aus Sicht der Agora Energiewende dabei nicht gegeben.

Dies verspricht sich der Think-Tank von der "mittleren" oder "großen" Variante. In der mittleren Variante würde der CO2-Preis bis 2024 auf 86 Euro pro Tonne steigen. Das Dieselprivileg fiele weg. Einen solchen Ansatz plant aktuell die französische Regierung. Zur Entlastung könnte der Strompreis um bis zu sieben Cent pro kWh sinken. Alternativ schlägt Agora Energiewende eine Rückerstattung in Euro für jeden Bürger vor, ähnlich wie in der Schweiz. Diese könnte auf 200 Euro bis 2024 steigen.

Die große Variante sieht eine Abschaffung des bisherigen Systems aller Steuern, Abgaben und Umlagen auf Energie vor. An seine Stelle würde ein neues System treten, in dem jeder Sektor seine Infrastruktur selbst finanziert. Der gesamte Energieverbrauch würde mit einem Wert von 125 Euro/Tonne besteuert. Die entspricht den vom Umweltbundesamt ermittelten CO2-Schadenskosten pro Tonne. Der Strompreis für Haushalte würde dabei um sieben Cent pro kWh sinken.

Wechselfonds für betroffene Haushalte

In allen Varianten sollen Teile der Einnahmen in den Wärme- und Verkehrssektor fließen. Die mittlere und große Variante sehen dabei milliardenschwere Förderprogramme für vom Systemwechsel besonders betroffene Verbraucher vor, etwa Pendler oder Besitzer alter Heizungen. Sie sollen über einen Wechselfonds Anreize zum Einbau klimaschonender Heiztechnik oder zum Kauf eines Elektroautos erhalten.

Graichen: Politik muss Konzept erklären

Angesichts der andauernden Proteste in Frankreich gegen die Erhöhung der Benzinpreise betonte Agora Energiewende-Direktor Patrick Graichen, das Konzept habe "Verhetzungspotential".  Um Energiewende und Klimaschutz voranzubringen, gebe es allerdings wenig Alternativen. Die Politik müsse den Bürgern den Zweck genau erklären. /kw



FOLGEN

NEWSTICKER
21.06.2019

Presse / Netzwerk

Howoge errichtet in Berlin klimaneutrales Quartier (energate)

21.06.2019

Services / Newsticker

Stellenangebot der Westfälischen Hochschule: Professur Gebäudeenergietechnik und Brandschutz (W2)

19.06.2019

Intern / Infothek

Letzte Infos zum Jahreskongress 2019 (nur VfW-Mitglieder)

alle Meldungen

 

09.07.2019, Berlin

Aktuelle steuerrechtliche Änderungen nachzuvollziehen

Das Seminar ermöglicht Grundlagen der energie- und stromsteuerrechtlichen Aspekte beim Contracting aufzufrischen ... mehr

  • Seminar
  • Seminar
  • Seminar