Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

07.12.2018

Bund erwägt neues Förderprogramm für kommunale Wärmenetze

Das Bundeswirtschaftsministerium plant ein neues Förderprogramm für kommunale Wärmenetze. Dabei gehe es insbesondere um Hochtemperaturnetze, in die sich erneuerbare Energien nur schwer einbinden lassen.

Das sagte Kerstin Deller, Leiterin des Referats "Wärmewende und Sektorenkopplung, Effizienz", bei einer Tagung der Agentur für erneuerbare Energien in Berlin. Das Programm würde auch solche Kommunen adressieren, die nicht von dem kürzlich aufgelegten Modellvorhaben "Wärmenetzsysteme 4.0" profitieren. Das Ministerium habe versucht, das neue Programm mit der Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes auf den Weg zu bringen. Da dieses mit dem Energiesammelgesetz aber bereits verabschiedet ist, würden die Plänen nun neu sortiert.

Gasbedarf als besondere Herausforderung

Eine besondere Herausforderung sieht die Vertreterin des Wirtschaftsministeriums darin, dass die Gaswirtschaft Geschäftsmodelle entwickeln muss, die bis 2030 eine verstärkte Nutzung von Erdgas ermöglichen und danach eine abnehmende. Bis 2050 werde Deutschland weiterhin Erdgas brauchen, betonte sie. Es sei aber offen, welche Rolle Erdgas danach neben Biogas und synthetischen Gasen noch einnehmen kann.

An der Förderpolitik der Bundesregierung kam deutliche Kritik aus Schleswig-Holstein, das von einem Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP regiert wird. Die Berliner Koalition hatte im Koalitionsvertrag vereinbart, die Umrüstung auf effiziente Öl- und Gasheizungen weiter zu bezuschussen. "Wir können die Förderung fossiler Heizanlagen überhaupt nicht nachvollziehen", bemängelte Patrick Hansen aus dem Kieler Energieministerium.

Länder mit unterschiedlichen Schwerpunkten

In Bayern habe die Staatsregierung die landeseigene Förderung fossiler Brennwertgeräte im vergangenen Jahr aufgegeben, berichtete Robert Götz aus dem Wirtschaftsministerium in München. Die Förderung durch das 10.000-Häuser-Programm für Klimaschutz im Gebäudesektor will die neu gewählte Koalition aus CSU und Freien Wählern bis Ende 2019 weiterentwickeln. Neu hinzukommen könnten in den Kreis der Förderungstatbestände beispielsweise Carports mit Solaranlagen zum Laden von Elektroautos sowie die Förderung von Wärmenetzen und Geschosswohnungen. Im bisherigen bayerischen Programm entfiel fast die Hälfte der Förderung auf Fotovoltaikanlagen und über ein Viertel auf Wärmepumpen.

Ähnlich waren die Erfahrungen in Baden-Württemberg mit dem dortigen Erneuerbare-Wärme-Gesetz. Dort entschieden sich viele der adressierten Bauherren neben Fotovoltaik und Wärmepumpen auch für Gebäudedämmung und Biomasse, um die Vorgaben des Gesetzes zu erfüllen. Baden-Württemberg wolle ebenfalls ein eigenes Förderprogramm auflegen und sei mit der Wohnungswirtschaft in Gesprächen, berichtete Tilo Kurtz aus dem Umweltministerium in Stuttgart. Vorbild sei die niederländische "Energiesprong"-Initiative. Diese setzt vor allem auf kostengünstige Sanierungen durch standardisierte Lösungen im industriellen Maßstab. /mb


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