Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

14.12.2018

Wohnungsgesellschaften halten an Sanierungskurs fest

Bei den deutschen Wohnungsbaugesellschaften gibt es keine weiteren Bestrebungen, Investitionen in energetische Sanierungen zurückzufahren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die energate unter den zehn größten Gesellschaften durchgeführt hat.

Der Vonovia-Konzern aus Bochum hatte angekündigt, seine ambitionierten Sanierungspläne zu kappen und als Grund unter anderem Proteste von Mietern über steigende Mieten angeführt (energate berichtete).

"Wir sehen das nicht als Problem, sondern als Herausforderung", sagte ein Sprecher der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft. Das Thema sei für die Wohnungsbaugesellschaft aus Frankfurt auch nicht neu, da die Kernzielgruppe schon immer die unteren bis mittleren Einkommensschichten waren. Das Unternehmen gehe sensibel mit Mieterhöhungen nach Modernisierungen um und im Großen und Ganzen sei die Akzeptanz der Mieter gegeben. Die Nassauische Heimstätte strebt eine Sanierungsquote von zwei Prozent an und nimmt dafür im Jahr mehr als 100 Mio. Euro in die Hand. Da das Land Hessen, Hauptgesellschafter des Unternehmens, eine Mietstrategie beschlossen hat, sind Mieterhöhungen ohnehin gedeckelt. Bei der Umlage von Modernisierungskosten bleibt die Nassauische Heimstätte mit maximal sechs Prozent unter dem gesetzlich erlaubten Limit von elf Prozent beziehungsweise künftig 8 %.

"Wir modernisieren mit Augenmaß"

Auch die Berliner Gesellschaften Deutsche Wohnen und Howoge verweisen auf politische Vereinbarungen. Mit dem Berliner Senat wurde demnach verabredet, dass die Nettokaltmiete höchstens um 6 % der Modernisierungskosten erhöht werden darf. "Trotz guter rechtlicher Absicherung haben wir die Erfahrung gemacht, dass Mieter durch geplante Modernisierungen verunsichert werden", räumte ein Sprecher der Deutsche Wohnen ein. Bei der Howoge ist das Thema dagegen weitgehend erledigt. Das Unternehmen habe bereits in den 90er Jahren eine umfassende Sanierung ihres Bestands eingeleitet, so eine Sprecherin. "Diese ist inzwischen abgeschlossen, sodass die Wohnungen der Howoge nahezu komplett durchsaniert sind."

"Im Sinne unserer Mieter modernisieren wir stets mit Augenmaß, sodass wir nicht zu einer drastischen Kursänderung gezwungen sind", sagte eine Sprecherin der LEG aus Düsseldorf. Um die Mieter nicht zu überfordern, habe das Unternehmen die wesentlichen Erfordernisse und Gewerke bei einzelnen Modernisierungsvorhaben beschränkt. Im Durchschnitt werden bei der LEG 7 - 8 % der Modernisierungskosten auf die Mieter umgelegt. Auch die neue Begrenzung der Mieterhöhung auf zwei Euro je Quadratmeter halte das Unternehmen bereits ein. Die neuen Vorgaben der Bundesregierung verschlechterten zwar das Investitionsklima - die LEG sei aber gut aufgestellt, um "unter den neuen Rahmenbedingungen erfolgreich agieren zu können", so die Sprecherin.

Einzelne Unternehmen wollten das Thema energetische Sanierungen grundsätzlich oder wegen mangelnder Relevanz nicht kommentieren. Auslöser der aktuellen Debatte war der Bochumer Immobilienkonzern Vonovia, nachdem er angekündigt hatte, seine im Branchenschnitt sehr ambitionierte Sanierungsquote von 5 auf 3 % zurückzufahren. Insbesondere Modernisierungsprojekte, die zu einer Mieterhöhung von mehr als zwei Euro pro Quadratmeter führen würden, will das Unternehmen nun nicht mehr durchführen. /tc



FOLGEN

NEWSTICKER
11.06.2019

Presse / Mitteilungen

Fortschrittsbericht der Bundesregierung zur Energiewende

03.06.2019

Intern / Praxishilfen

Die Preise & Indizes wurden aktualisiert

31.05.2019

Presse / Netzwerk

Verbändeanhörung beim Gebäudeenergiegesetz gestartet (energate)

alle Meldungen

 

25.06.2019, Berlin

VfW-Jahreskongress 2019

Experten erörtern aktuelle Schwerpunkte der Energiedienstleistung Contracting. ... mehr

  • Seminar
  • Seminar
  • Seminar