Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

14.12.2018

Smart-Energy-Institut untersucht Digitalisierungspotenziale

Ein Jahr nach seiner Gründung sieht das Virtuelle Institut Smart Energy (Vise) seinen disziplinen- und institutsübergreifenden Ansatz aufgehen.

"Ich bin froh, dass wir nicht in Beton für einzelne Institutsgebäude, sondern in die virtuelle Kooperation investiert haben", sagte Michael Geßner, Abteilungsleiter Energie im nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, bei der ersten Jahreskonferenz des Vise in Köln. In der Einrichtung forschen acht Institute, darunter die TH Köln, das Kölner Ewi, die WWU Münster und das Wuppertal-Institut, gemeinsam an smarten Energiekonzepten. Regierungsvertreter Geßner begründete die Landesförderung mit der damaligen Sorge, dass sich die Energiewirtschaft nicht ausreichend auf die Digitalisierung einlasse. Gerade auf Seite der Energienachfrage sprach Geßner von einem "großen Bedarf" an intelligenten Datenkonzepten.

Vier Forschungsprojekte laufen

Vier Forschungsprojekte haben sich nach der Gründung herausgebildet. Die Institute sind noch in der Findungsphase, welchen Fragestellungen sie mit welchen Methoden nachgehen. Mit digitalen Geschäftsmodellen "basierend auf Haushaltspräferenzen" beschäftigt sich unter anderen das Forschungszentrum Jülich. Die Forscher wollen Sicherheitsbedenken der Haushalte nachgehen. Sind Endkunden bereit, dem Netzbetreiber den vollen Zugriff auf ihren Speicher einzuräumen, fragt sich Hawal Shamon vom Forschungszentrum Jülich. Dazu soll im kommenden Jahr eine Umfrage unter Privatkunden folgen.

Auch monetäre und nicht monetären Anreize für Smart Energy und Smart Home will das Team untersuchen. Erste sogenannte Living Labs sind an der TH Köln aufgebaut. Bürger werden eingeladen und anschließend befragt. Das Forschungsteam habe auch das Internet nach existierenden Ansätzen einzelner Versorger oder neuer Anbieter durchsucht, erläuterte Shamon. Dabei schaue das Team auch ins Ausland, zum Beispiel zur schwedischen "Watty Box", mit der sich gegen eine monatliche Gebühr Stromfresser suchen lassen.

Smarte Unternehmen sind die Ausnahme

Ein zweites Team widmet sich "Smarten Technologien für Unternehmen". Auch hier greift der Living-Lab-Ansatz. In zwei Kölner Museen, einem Unternehmen im Einzelhandel und im verarbeitenden Gewerbe sowie bei einem Wasserski-Anbieter wurde intelligente Messtechnik installiert. Trotz aller Unterschiede gebe es Gemeinsamkeiten und überraschende Ergebnisse, erläuterte Prof. Thorsten Schneiders von der TH Köln: "Die Fritteuse zieht mehr Strom als für die Produktion der Wasserski-Welle benötigt wird."

Das Thema smarte Energietechnologie sei bei KMU leider noch nicht angekommen. Sein Team wolle herausfinden warum, dazu sei unter anderem eine Befragung geplant. Doch nicht nur auf der Anwenderseite sieht Schneiders Probleme. Dienstleister und Hersteller hielten Energiemonitoring bei kleinen Unternehmen für zu kompliziert und aufwendig. Im Rollout werden die KMU aber intelligente Zähler erhalten. Statt einem Punkt gebe es dann 30.000 Datenpunkte, die es zu nutzen gilt, so Schneiders.
 
Die beiden anderen Projekte widmen sich virtuellen Kraftwerken, aber auch der Energieforschung an sich. 60 bis 70 virtuelle Kraftwerke gebe es ungefähr in Deutschland, auch wenn sich nicht alle so bezeichnen, erläuterte ein EWI-Mitarbeiter. Prof. Andreas Löschel von der WWU Münster koordiniert die Arbeit und leitet das Projekt "Geschäftsmodelle im energiewirtschaftlichen Innovationssystem". /mt



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