Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

20.12.2018

Mieterstrom mit gewerblicher E-Mobilität entlastet Netz

Eine intelligente Vernetzung von solarem Mieterstrom mit gewerblicher Nutzung von E-Autos kann Verteilnetze sinnvoll entlasten. Diesen Zusammenhang untersucht das Forschungsprojekt "Winner" in der Pilotregion Chemnitz, das Marlene Paar vom Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften auf der Leipziger Fachkonferenz "New Energy World" vorstellte.

Das vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) geförderte Projekt mit dem vollen Namen "Wohnungswirtschaftlich Integrierte Netzneutrale Elektromobilität in Quartier und Region" umfasst in der Pilotregion Chemnitz drei Demonstratoren in Gewerbe-, Misch- und Wohngebieten.

Solarstrom für Mieter und E-Autos

Der wohnungswirtschaftliche Demonstrator des Projekts befindet sich im acht Wohnblöcke umfassenden Quartier Alfons-Pech-Straße der Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft (CSG). Dort erzeugt eine Fotovoltaikdachanlage mit 34,56 kW Ökostrom für die Mieter unter dem Grundversorgungspreis. Zudem speist die Anlage zwei Ladesäulen, die in erster Linie der Carsharing-Anbieter Teilauto nutzt. Als einer von sieben Projektpartnern stellt er einem Gebäudeservicedienst und Pflegediensten drei E-Fahrzeuge zur Verfügung. So können die Dienstleister den überschüssigen Solarstrom vom Dach während ihrer meist tagsüber stattfindenden Einsätze zum Aufladen der Fahrzeuge nutzen. Dies optimiere den Verbrauch des vor Ort erzeugten Stroms und entlaste die Netze, erläuterte Paar. Gleichzeitig senke es die Kosten für die gewerbliche Mobilität. Auch den Mietern stehen die "Teilauto"-Fahrzeuge außerhalb der gewerblichen Nutzungszeiten zur Verfügung.

Ein Plus für die Wohnungswirtschaft

Neben Umwelt, Mietern und Gewerbe profitiere insbesondere auch die Wohnungswirtschaft von diesem Geschäftsmodell. Es erhöhe die Mieterbindung und steigere die Wettbewerbsfähigkeit. In Chemnitz zeigten sich die ansässigen Mieter in einer Befragung grundsätzlich interessiert. Während generell nur 45 Prozent ein E-Auto nutzen würden, könnten sich rund 68 Prozent eine regelmäßige Nutzung über Carsharing vorstellen. Hier kommt es laut Paar darauf an, bestehende Hemmnisse beispielsweise durch Sonderkonditionen für das Carsharing abzubauen. Denkbar sei unter anderem eine Echtzeitanzeige der Fahrzeugverfügbarkeit über digitale Infotafeln oder Smart-Home-Systeme.

Grenzen des Rechtsrahmens

Die Friedrich-Schiller-Universität Jena begleitet wissenschaftlich die technische und rechtliche Umsetzung verschiedener Geschäftsmodelle im Rahmen dieses Projektes. Paar wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die in Deutschland aktuell geltenden Bestimmungen hier Grenzen setzten. Die Auswertung des Projektes Ende 2019 soll Verbesserungspotenziale aufzeigen. Auch ein Leitfaden und Seminare für die Wohnungswirtschaft sind in Planung, um vergleichbare Projekte anzustoßen. /ne





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