Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

03.01.2019

Fraunhofer ISE schickt IoT-Start-up ins Rennen

Mehr Energie- und Kosteneffizienz in mittelständischen Betrieben durch digitales Gebäudemanagement. Das hat sich das Freiburger Start-up Mondas auf die Fahnen geschrieben. Kernprodukt ist eine IT-Plattform. Die Technologie für das sogenannte Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) analysiere Energie- und Versorgungsanlagen "nahezu in Echtzeit",

teilte Mondas mit. Der Fokus liegt demnach auf Solaranlagen, Blockheizkraftwerken sowie Klima und Heizungstechnik. "Grundsätzlich eignet sich unsere IoT-Plattform für alle wartungsintensiven Produktions- und versorgungstechnischen Anlagen, die in Unternehmen zum Einsatz kommen", so Geschäftsführer Christian Neumann. Gemeinsam mit Christian Reetz führt er die Mondas GmbH. Das im April 2018 gestartete Unternehmen ist eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und des Solarunternehmens PSE (beide aus Freiburg) sowie der Hochschule Biberach.

Mondas soll von der Digitalisierung der Industrie profitieren

Mondas beschäftigt nach eigenen Angaben in erster Linie Software- und Anlagenbauingenieure. Die Gründer wollen vom Fortschritt der Digitalisierung in der heimischen Industrie profitieren. Als Zielgruppen für ihr IT-System nehmen sie Anlagenhersteller, Bauherren, Contractinganbieter sowie Facility Manager und Immobilienverwalter von Nichtwohngebäuden in den Blick. "In Deutschland gibt es viele Energieanlagen, die bei Weitem nicht optimal laufen", kommentierte Hans-Martin Henning, Leiter des Fraunhofer ISE, den Schritt. Ein Großteil davon sei ohne datenbasierte Methoden nicht in den Griff zu bekommen. "Wir sehen mit Mondas ein enormes Potenzial für Kosten- und Energieoptimierung der Anlagen und erwarten einen deutlichen Schub für die Erhöhung der Energieeffizienz, insbesondere im Nichtwohnungsbau und Gewerbe", blickte er voraus. So werde das IT-System etwa bei der Planung von Energiekonzepten für Neubauten eingesetzt oder eben bei der Fernwartung von Gebäudetechnikkomponenten.

Automatisierte Fehleranalysen

Konkret erhebt die Mondas-Plattform eine Vielzahl von Daten, um daraus für die Wartung relevante Informationen zu aggregieren. Das System analysiert etwa Betriebstemperaturen, Laufzeiten oder Umdrehungszahlen. Erreichen die Anlagen kritische Werte, sendet das System automatisch eine Fehleranalyse. Einerseits könne so der Energieertrag von Solaranlagen oder Blockheizkraftwerken gesteigert werden. Andererseits ließen sich Wartungsabläufe generell effizienter gestalten. Optimieren soll die Software so letztlich die Betriebskosten der Gebäude. Inzwischen wächst das Angebot an Energiemanagement- und Monitoringsoftware stetig. Mondas soll am Markt vor allem durch Vielseitigkeit und Tempo punkten, werben die Gründer. Dafür sorgen sollen einerseits zahlreiche Schnittstellen und andererseits das Datenformat "HDF5", welches Mondas zur Speicherung verwendet. Letzteres ermögliche deutlich schnelleren Zugriff auf die erhobenen Daten als andere Monitoringlösungen.

Erfolgreicher Test in Freiburg

Hinter der Gründungsinitiative liegt ein längerer Entwicklungsprozess. Dazu zählte eine erfolgreich abgeschlossene Testphase im Freiburger Plusenergie-Stadtquartier "Gutleutmatten". 45 Gebäude mit eigenen solarthermischen Anlagen auf dem Dach sind dort an die Systemplattform angeschlossen. Neben dem Monitoring hilft die Software Speicherstrategien zu entwickeln. Erstmals öffentlich vorgestellt hatte das Fraunhofer ISE die Software bereits Anfang 2017. Zunächst bot das Fraunhofer ISE die IT-Plattform selbst auf Nachfrage an. Im November 2018 bezog Mondas seine Unternehmenszentrale. /pa




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