Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

08.02.2019

EnBW und Minol-Zenner starten Feldtest für digitalen Ablesedienst

Mit einem LoRa-Funknetz wollen der Energieversorger EnBW und der Messdienstleister Minol-Zenner die Verbrauchsabrechnungen in Wohnungen vereinfachen. In Leinfelden-Echterdingen südlich von Stuttgart startete dazu ein Pilotprojekt, an dem die EnBW-Tochter Netze BW beteiligt ist.

In einem Wohngebäude installierten die Projektpartner ein LoRa-Funknetz. Über dieses werden Verbrauchsdaten für Heizung, Kalt- und Warmwasser an ein Gateway von Minol-Zenner gesendet. Das Gateway liest die Daten aus und sendet sie inklusive der Angaben zum Stromverbrauch über eine sichere Verbindung an die Projektpartner und die Hausverwaltung.

Komfortabler, schneller, sicherer

Das "ImmoDigital+" benannte Projekt soll die Prozesse der Nebenkostenabrechnung vereinfachen und beschleunigen. So entfallen die manuellen Ablesungen durch Dienstleister oder die Bewohner. "Das ist nicht nur komfortabler, sondern funktioniert schneller und zum gewünschten Stichtag", erläuterte Andreas Klein, Projektverantwortlicher bei Minol-Zenner. Ein weiter Vorteil: Mögliche Fehler beim Übertragen der Werte, etwa von Papier ins IT-System, entfallen. Dadurch werden nachträgliche Abrechnungskorrekturen vermieden. Die Daten können zudem zwischen den Partnern auf digitalem Wege ausgetauscht werden, etwa durch eine Schnittstelle zu ERP-Systemen. Alexander Conreder sieht das Projekt als "Meilenstein auf dem Weg ins digitale Messwesen". Erstmals lasse sich in der Praxis demonstrieren, welchen Mehrwert intelligente Messsysteme böten.
 
Auf das Geschäft mit der Digitalisierung der Messdienste in Immobilien setzen auch andere Unternehmen. Bisher dominieren hier aber nur einige wenige Unternehmen. "Es gibt wenig Wettbewerb", sagte Christopher von Gumppenberg in einem Interview mit energate. Sein Start-up Kugu misst Daten zu Wärme- oder Wasserverbrauch in Gebäuden über eigens installierte Datensammler aus, ohne Smart Meter. Die Messwerte werden in einer Software aufbereitet und in die Systeme der Hausverwaltungen überspielt. So sollen diese selbst in die Lage kommen, die Abrechnungsdienstleistung zu übernehmen.

Sichere Übertragung im Fokus

Vor dem Pilotprojekt in Leinfelden-Echterdingen wurde die dort genutzte Technik im Karlsruher Prüflabor der EnBW getestet. Im Kern ging es dabei um die sichere Übertragung der Messdaten über LoRa-Gateway zur Minol-Abrechnungsplattform. Nachdem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) das erste Gateway zertifiziert hat, können die ersten Geräte verbaut werden (energate berichtete). Der offizielle Rollout von Smart Metern verzögert sich dagegen weiter, weil das BSI dafür drei verschiedene Anbieter zertifizieren muss. Dies erwarten Marktexperten Anfang April. /kw



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