Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

15.03.2019

Studie: Digitalisierung der Städte steht noch am Anfang

Eine aktuelle Studie des Tüv Rheinland attestiert Deutschlands Kommunen großen Nachholbedarf in Sachen Smart City. Die Diskrepanz zwischen digitalen Erwartungen und kommunalen Angeboten ist demnach nach wie vor groß. Einzig bei der Digitalisierung im Bereich Energie sehen die Studienautoren die Städte schon heute gut aufgestellt.

Bei Digitalisierungsvorhaben wie dem Breitbandausbau und dem Umbau der übrigen kommunalen Infrastruktur sowie Mobilitätskonzepten haben Deutschlands Kommunen "noch einen weiten Weg vor sich",  lautet ein Kernergebnis der Studie "Smart City Readiness Check".

Dafür befragte der in Köln ansässige Tüv Rheinland im Auftrag des Deutschen Städte- und Gemeindebunds bundesweit 500 Kommunen, von denen 81 an der Studie teilnahmen. Für das gute Abschneiden in Sachen Energie sorgt der Studie zufolge die Tatsache, dass viele Städte bei der Bewirtschaftung ihrer eigenen Liegenschaften auf smarte Energiemanagementsysteme und digitale Messtechnik setzen. Das habe den simplen Grund, dass die Kommunen auf diese Weise bereits spürbar Geld sparen könnten, so die Studienautoren.

Zu viel Bürokratie trifft auf zu wenig Ressourcen

Das Thema Smart City sei zwar in zahlreichen Städten auf die Agenda gerückt. Allerdings fehle es vielfach an Ressourcen und an Know-how, die Pläne zügig umzusetzen. Für den allgemeinen digitalen Rückstand im internationalen Vergleich machen die Studienautoren mehrere Faktoren verantwortlich. So würden die Städte Förderprogramme zum Breitbandausbau, zur Installation öffentlicher W-Lan-Netze oder der Digitalisierung ihrer Verkehrskonzepte zu zögerlich in Anspruch nehmen. Trotz des vielfältigen Fördermittelangebots greift nur gut ein Drittel der Befragten auf diese Förderprogramme zurück. "Wenn eine Kommune die Fördergelder nicht abruft, ist möglicherweise das Förderverfahren zu kompliziert. Dabei zahlen sich Investitionen in die digitale Infrastruktur auf die Dauer aus", so Gürkan Ünlü, Leiter der Geschäftsentwicklung bei Tüv Rheinland Consulting. Zudem fehlen den Kommunen Ünlü zufolge oft die Ressourcen, um den hohen bürokratischen Aufwand zu bewältigen.

Kaum Smart-City-Sensorik

Eine Folge: Beinahe jede fünfte der befragten Städte und Gemeinden gab an, noch über keine flächendeckende Versorgung mit einer leistungsstarken Breitbandinfrastruktur zu verfügen. Positiv steht demgegenüber, dass in mehr als 80 % der Kommunen eine Leerrohrinfrastruktur bei Baumaßnahmen mit aufgebaut wird. Zudem gaben rund 70 % aller Befragten an, derzeit neue Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude in Planung oder bereits im Bau zu haben. Deutlich ausbaufähig ist hingegen die Ausstattung von Straßenlaternen mit smarter Technik. Weniger als die Hälfte der Studienteilnehmer setzt bereits auf LED-Leuchten und nur rund 15 % auf Leuchtpunkte mit Sensoren oder intelligenten Steuerungsvorrichtungen.

Carsharing bereits etabliert

Ein Bild mit Licht und Schatten zeichnet das Befragungsergebnis im Bereich Mobilität. "Positiv ist festzustellen, dass das Thema 'Sharing' in den Kommunen angekommen ist", konstatieren die Studienautoren. "Knapp drei Viertel der befragten Kommunen verfügt über Carsharingangebote, mehr als 30 % zusätzlich über Bikesharing." Kaum verbreitet hingegen ist das digitale Parkraummanagement über Apps. Dies bieten bislang nur 14 % der Befragten den Bürgern an. Immerhin 26 % der Studienteilnehmer gaben an, das Thema angehen zu wollen. /pa



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