Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

28.03.2019

Fossile Brennwertkessel bald Auslaufmodell

Die aktuell am meisten verbreiteten fossilen Brennwertkessel werden spätestens 2030 nicht mehr eingebaut. Diese Prognose geht aus dem Positionspapier zur Erneuerung der Heizungsanlagen hervor, auf die die Initiative "Zukunft Altbau" verweist.

Der derzeitige Standard in der Heiztechnik sei mit Blick auf die Dekarbonisierungsziele in der Wärmeversorgung höchstens noch als eine Brückentechnologie zu verstehen. In einem 18-seitigen Schreiben erläutern Experten von insgesamt acht wissenschaftlichen Institutionen Vor- und Nachteile einzelner Heizungsarten mit Blick auf die Effizienz- und Klimaschutzziele. Das Papier solle eine Orientierung geben, so Frank Hettler, Leiter von "Zukunft Altbau".

Die Experten weisen darauf hin, dass mit der Nutzung von Öl oder Erdgas eine Dekarbonisierung der Wärmeversorgung kaum erreichbar ist und zeigen Alternativen auf: Zum einen würden Wärmenetze für eine bessere Klimabilanz sorgen. Sie seien offen für die Nutzung erneuerbarer Energien sowie Abwärme und können mit BHKW die fossilen Energieträger besonders effizient nutzen. Liegt ein Wärmenetz bereits in der Straße, so ist der Anschluss daran oft auch sofort wirtschaftlich. Diese Lösung kommt vor allem für verdichtete innerstädtischen Quartieren in Frage.

Holzpellets nahezu CO2-klimaneutral

Eine weitere Option sind Holzpellets-, Holzhackschnitzel- und Scheitholzkessel, weil Holzverbrennung aus nachhaltiger und regionaler Holzwirtschaft nahezu CO2-neutral sei. Eine Alternative zum Heizöl und Erdgas bildet zudem die Solarthermie. Sie sei neben Umweltwärme für Wärmepumpen und Fotovoltaik die einzige erneuerbare Energieform, die unmittelbar auf dem jeweiligen Grundstück in sinnvoller Menge genutzt werden könne.

Synthetisches Methan für KWK-Anlagen

Die Autoren erwarten darüber hinaus eine wachsende Bedeutung von Elektro-Wärmepumpen sowie von synthetischem Methan aus Power-to-Gas-Anlagen. Dieses grüne Gas sollte dann bevorzugt in KWK-Anlagen verwendet werden. Zwar sei der Wirkungsgrad von 50 bis 70 % nur mäßig. Jedoch könne so Ökostrom verwertet werden, der ansonsten nicht genutzt wird - Stichwort Überschussstrom.

Derzeit entfielen rund 40 %des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland auf Gebäude. Ein Großteil davon werde über fossil betriebene Heizungen gedeckt. Bis 2050 soll der Gebäudebestand nach dem Willen der Bundesregierung klimaneutral sein. "Zukunft Altbau" ist ein Informationsprogramm des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Zu den Autoren des Positionspapiers gehören unter anderem die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg, das Öko-Institut, die Fraunhofer Ise und Irees, das Ifeu Heidelberg sowie die Hochschulen Biberach und Heilbronn. /am



FOLGEN

NEWSTICKER
26.04.2019

Presse / Netzwerk

BGH muss im Fernwärmestreit entscheiden (energate)

24.04.2019

Intern / Contractinganfragen

Contractor für Neubau von 32 Reihenhäusern in Bayern gesucht (nur VfW-Mitglieder)

23.04.2019

Veranstaltungen / Messen

EM-Power 2019 in München

alle Meldungen

 

06.05.2019, Hamburg

Rechtliche Grundlagen des Energieliefer-Contractings

Das Grundlagenseminar informiert Über aktuelle Themen und die gültige Rechtsprechung. ... mehr

  • Seminar
  • Seminar
  • Seminar