Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

05.04.2019

Die Erneuerbaren-Rolle im Wärmemarkt 4.0

Deutschland sucht den Wärmemarkt der Zukunft. Laut dem aktuellen Jahresbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) bietet das Bundeswirtschaftsministerium in diesem Zusammenhang eine Reihe von Fördermaßnahmen an.

2018 wurden beispielsweise im Bereich der Wärmeinfrastruktur 65 Anträge für Machbarkeitsstudien für "Wärmenetzsysteme 4.0" mit einem Fördervolumen von 6,9 Mio. Euro bewilligt, geht aus dem Jahresbericht hervor. Die zu fördernden Netze zeichnen sich durch hohe Anteile erneuerbarer Energien, die effiziente Nutzung von Abwärme und ein deutlich niedrigeres Temperaturniveau im Vergleich zu klassischen Wärmenetzen aus. Laut Bafa liegen für die Realisierung eines Wärmenetzsystems 4.0 bereits sechs Anträge vor. Ein Wärmesystem erhielt bereits eine Förderzusage in Höhe von rund 1,2 Mio. Euro und befindet sich seit April vergangenen Jahres in Bau.

Erneuerbare im Fokus der Wärmewende

Eine wesentliche Rolle im Wärmemarkt der Zukunft spielen die Erneuerbaren. Bis 2020 soll ihr Anteil auf 14 % steigen. Das entsprechende Marktanreizprogramm (MAP) des Bafa im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums läuft seit mehreren Jahren. Im Jahr 2018 hat das Bafa rund 48.000 Anlagen mit einem Gesamtvolumen von knapp 183 Mio. Euro gefördert und damit Investitionen von rund 885 Mio. Euro ausgelöst. Insgesamt wurden damit im Rahmen des Förderprogramms im Laufe der Jahre bereits über 1,8 Mio. regenerative Anlagen installiert, heißt es im Bafa-Jahresbericht.

Wärmepumpen vorne

Investitionszuschüsse für die Steigerung des Erneuerbaren-Anteils im Wärmesektor erhalten dabei solarthermische Anlagen, Biomasseanlagen und hocheffiziente Wärmepumpen sowohl in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Aufgeteilt nach Art der Wärmeerzeugung hatten 2018 die Wärmepumpen bei Förderanträgen die Nase vorn. 18.300 Maßnahmen wurden gefördert, davon 11.700 in Neubauten, berichtet das Bafa. Ihre installierte Leistung betrug 160.000 kW, das Fördervolumen rund 82 Mio. Euro und die dadurch initiierten spezifischen Investitionen rund 312 Mio. Euro. An zweiter Stelle landeten die Biomasseanlagen, von denen 17.500 gefördert wurden. Die stärkste Untergruppe bildeten hier die Pelletkessel mit 9.722 Installationen. Die gesamte Nennleistung bei Biomasseanlagen lag bei 450.000 kW, das Fördervolumen betrug 69 Mio. Euro. Die angestoßenen Gesamtinvestitionen lagen bei über 883 Mio. Euro. Im Bereich Solarthermie wurden 2018 rund 12.000 Anlagen mit 32 Mio. Euro gefördert. Die angestoßenen Gesamtinvestitionen lagen demnach bei 188 Mio. Euro.

MAP und APEE

Um gewerbliche Unternehmen zu mehr Investitionen in die Wärmewende zu bewegen, fördert das Bafa im Rahmen des MAP auch die Bereitstellung von Anlagen für Prozesswärme. Ergänzend dazu biete Bafa auch einen Zuschlag zur MAP-Förderung aus dem Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE). Dieser setzt sich zusammen aus einem 20-% Zuschuss zur MAP-Förderung sowie einem Pauschalbetrag von 600 Euro. Die APEE-Förderung gibt es beim Ersatz einer besonders ineffizienten Altanlage, wenn in diesem Zusammenhang das gesamte Heizungssystem optimiert wird. 2018 gab es für diesen Fördertopf 8.100 Anträge mit einem durchschnittlichen Fördervolumen von 1.200 Euro. Der alternativ mögliche Optimierungsbonus wurde laut Bafa 7.000 Mal ausgezahlt. /am



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