Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

03.05.2019

Studie: E-Mobilität gilt Stadtwerken als zentraler Zukunftstrend

Für zahlreiche deutsche Stadtwerke ist die E-Mobilität einer neuen Studie zufolge das zentrale strategische Zukunftsthema. Außerdem setzt das Gros der Kommunalversorger auf die dezentrale Quartiersversorgung und den Ausbau ihres Portfolios als Energiedienstleister, um ihr Unternehmen für die Zukunft zu wappnen.

Big Data und Blockchain hingegen gelten der Mehrheit der Stadtwerker derzeit nicht als zukunftsträchtig. Das sind Kernergebnisse einer Umfrage unter 100 Entscheidern der Branche im Rahmen der Studie "Stadtwerke - fit für die Zukunft? 2019". Herausgeber der jährlichen Studie ist das Finanzfachmagazin "Der Neue Kämmerer", das zum Verlag der FAZ in Frankfurt am Main gehört.

Fokus auf Ladeinfrastruktur für E-Autos ein Irrweg?

Demnach gab eine Mehrheit von 76 % an, dass E-Mobilität ein Geschäftsfeld sei, mit dem sich der jeweilige Versorger zukunftssicher aufstellen will. Dabei legen sehr viele ihren Fokus auf die Bereitstellung von Ladeinfrastruktur. 44 % seien bereits als Ladeinfrastrukturbetreiber aktiv und deutlich mehr seien im Begriff sich dieses Feld zu erschließen. Die Studienautoren führen gerade diese Ballung im Segment E-Mobility auch darauf zurück, dass sich Stadtwerke bei der Suche nach Lösungen für neue Geschäftsmodelle vor allem branchenintern austauschten. Diese Stadtwerker übersähen, dass Ladeinfrastruktur "kaum flächendeckend Gewinnbringer für Stadtwerke" werden könne, so die Kritik der Studienmacher. Passend dazu gab die große Mehrheit von 86 % an, dass sie sich bei der Suche nach neuen Geschäftsmodellen auf den Erfahrungsaustausch innerhalb der Branche stützen. Jeweils knapp 60 % arbeiten zudem mit externen Beratern und in Kooperationen mit anderen Stadtwerken.

Quartiersversorgung und Breitbandausbau weitere Trendthemen

Das der Studie zufolge zweitwichtigste Zukunftsthema hinter der E-Mobilität mit 69 % Zustimmung unter den Befragten ist die Energieversorgung für Quartiere vor dem Ausbau des Portfolios an Energiedienstleistungen. Den Ausbau des Breitbandnetzes halten mit 54 % noch deutlich mehr als die Hälfte aller Befragten für ein zukunftsträchtiges Trendthema. Eine "aktive Rolle beim Smart Metering" sehen lediglich 36 % für sich als Zukunftstrend. Immerhin noch jeder vierte befragte Stadtwerke-Entscheider gab die "Zusammenarbeit mit Prosumern" als Geschäftsfeld zur Zukunftssicherung an. Generell begreifen allerdings inzwischen 72 % der Studienteilnehmer die Energiewende als Chance und nicht als Risiko fürs eigene Geschäft. Weniger überzeugt scheint die Branche hingegen von der Erschließung von Big Data sowie der Nutzung von Blockchain-Technologie für neue Geschäftsmodelle. Während Big Data für 20 % in diesem Zusammenhang interessant ist, sehen lediglich 13 % den Einsatz der Blockchain als lohnendes Feld an.

Regulatorische Hürden gelten Stadtwerken als großer Hemmschuh

Zudem sehen sich die Stadtwerke insgesamt gut aufgestellt für die Herausforderungen der Zukunft. Zugleich wünschen sie sich vor allem von der Politik mehr Hilfestellung, vor allem durch den Abbau regulatorischer Hürden. Dies wünschen sich 89 Prozent der Studienteilnehmer. 82 % plädieren für den Ausbau von Förderprogrammen und 73 % sprechen sich für die "Öffnung der Möglichkeiten kommunaler Betätigung" aus. /pa



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