Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

14.06.2019

ESWE versorgt Neubaugebiet mit Abwasser-Wärme

Ab dem kommenden Jahr wird ein Neubaugebiet in Wiesbaden mit 100 Wohneinheiten mit Wärme aus Abwasser beheizt. Der Wiesbadener Versorger ESWE hat in Kooperation mit kommunalen Entsorgungsbetrieben ELW dazu ein Konzept entwickelt, das unterm Strich einen Wärmebedarf von rund 500 Mio. kWh abdeckt und so rund 50.000 Kubikmeter Erdgas einsparen soll.

Durch den Entzug der Wärme aus dem Abwasser kühlt sich der Abwasserstrom geringfügig ab. Bei der Arbeit der Anlage unter Volllast ergebe sich eine Abkühlung von 1,5 Grad. Da im weiteren Verlauf des Kanalnetzes jedoch wieder Wärme an das Abwasser zurückgegeben werde und noch weitere Kanäle einmünden, sei bereits nach einigen hundert Metern keine Temperaturdifferenz mehr messbar, so der Wiesbadener Versorger.

"Kalte Nahwärme"

Das neue Wohnareal in Wiesbaden-Biebrich namens "Wohnens westlich des Schlossparks" erstreckt sich über eine Fläche von 2,5 Hektar und besteht aus zehn Reihen- und fünf Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 100 Wohneinheiten. 87 davon sollen nun mit sogenannter "Kalter Nahwärme" versorgt werden, teilte ESWE mit. Das bedeute, dass zur Wärmeversorgung Energie eingesetzt wird, die ansonsten ungenutzt an die Umwelt abgegeben würde. In dem Fall geht es um die Wärme aus dem städtischen Abwasserkanal. Dafür wird Energie aus dem Abwasserkanal genutzt, der entlang der Siedlung unterirdisch zum Klärwerk Biebrich führt. Die ersten Häuser des neuen Quartiers sollen im Sommer 2020 bezugsfertig sein.

EU-Fördergeld für Wärmetauscher

Eine wesentliche Rolle kommt einem Wärmetauscher zu, der im Kanal versenkt wird. Das Gerät mit 4.500 Kilo Gewicht und 112 Metern Länge besteht aus Edelstahl und nimmt nahezu ganzjährig Wärme auf. Die einzelnen, bis zu zwei Meter langen Elemente des Wärmetauschers werden mit einer Seilwinde durch die Schachtabdeckungen in den Kanal hinabgelassen und dort mit einem Transportwagen an ihren Bestimmungsort gebracht. Dadurch seien keine Aufbrüche und Umbauten notwendig, betonte der Versorger. Insgesamt vier Wochen sind für die Installation des Wärmetauschers vorgesehen. Die Investitionskosten betragen nach Unternehmensangaben voraussichtlich 850.000 Euro. Das Projekt erhält Fördergelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Über ihren Innovations- und Klimaschutzfonds fördert auch die ESWE selbst das Vorhaben. /am



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