Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

26.07.2019

Städtische Werke liefern Fernwärme nach Niestetal

Die Städtischen Werke Kassel binden das Neubaugebiet "Sonnenallee" im Niestetaler Ortsteil Sandershausen an ihr Fernwärmenetz an. Mit dem Mehrgenerationen-Quartier im Kasseler Speckgürtel versorgt der Kommunalversorger damit erstmals Kunden in einer Umlandgemeinde mit Fernwärme.

Rund eine Mio. Euro investieren die Städtischen Werke in die Ausbaumaßnahme. Die Wärmeerzeugung erfolge überwiegend in Kraft-Wärme-Kopplung im Kraftwerk Kassel an der Dennhäuser Straße sowie im benachbarten Müllheizkraftwerk, teilte der Kommunalversorger mit. Der Standort an der Dennhäuser Straße umfasst genau genommen zwei Kraftwerke, ein Fernwärmekraftwerk (FKK), das mit Kohle, Klärschlamm und Altholz betrieben wird, sowie ein erdgas-betriebenes Kombi-Heizkraftwerk. Das FKK, das den hohen Wärmebedarf im Winter abdeckt, soll bis 2030 von Kohle auf Ersatzbrennstoffe umgestellt werden.

Rund 500 kW Wärmeleistung werden in Sandershausen benötigt. Um das Neubauquartier in Nachbarschaft zum Wechselrichterhersteller SMA zu versorgen, "verlegen wir insgesamt rund 600 Meter Fernwärmetrasse und 3.500 Meter Rohr auf dem gesamten Areal", so Olaf Hornfeck, Vorstandsmitglied der Städtischen Werke. "Außerdem installieren wir 112 Wohnungsübergabestationen." Die Bauarbeiten an den Wohnungen und Gewerbeeinheiten haben im Frühjahr 2018 begonnen. Im Frühjahr 2020 sollen die ersten Mieter einziehen.

Fernwärme öffnet Freiräume bei der architektonischen Gestaltung

Neben der Fernwärmeanbindung errichten die Städtischen Werke auf den Dächern der Gebäude auch eine Fotovoltaikanlage mit 70 kWp, die rund 20 Prozent der Stromversorgung abdecken soll. Sämtliche Gebäude sollen den KFW-40-Standard erfüllen. Dazu trägt auch eine intelligente Lüftung mit Wärmerückgewinnung bei. "Für uns zahlt sich die Entscheidung für Fernwärme gleich doppelt aus. Zum einen beschert uns der niedrige Primärenergiefaktor von 0,24 Freiheiten bei der architektonischen Gestaltung der Gebäude, beispielsweise bei der Wärmedämmung", beschriebt Dimitri Lambrecht, Geschäftsführer von World-Investment, die Vorteile für den Bauträger. "Zum anderen lassen sich die gesetzlichen Anforderungen an die Nutzung erneuerbarer Energien leichter einhalten." /tc



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