Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

30.08.2019

Branche sieht KI mit Hoffnung aber auch mit Skepsis

Künstliche Intelligenz (KI) gilt Deutschlands Energieversorgern als eine zentrale Schlüsseltechnologie der näheren Zukunft. Großes Potenzial sieht die Branche besonders mit Blick auf den Fortschritt der Energiewende und die Sektorkopplung. Gleichzeitig sind Vorbehalte gegen diese Form der Digitalisierung weit verbreitet und entsprechend investiert haben bisher nur wenige Akteure.

Das sind Kernergebnisse einer aktuellen Umfrage der Deutschen Energieagentur (Dena) unter 250 Entscheidern der Energiewirtschaft zum aktuellen und künftigen Einsatz von selbstlernenden und -entscheidenden IT-Programmen. Dennoch herrscht der Umfrage zufolge mehrheitlich eine positive Erwartungshaltung zum Potenzial von KI-Algorithmen in der Branche vor: 74 % der Befragten erwarten demnach einen positiven oder sehr positiven Effekt der Technologie auf die Energiewende. Nur 7 % gehen von einem negativen Effekt auf den laufenden Umbau der Energieversorgung aus.

Smart Cities und Sektorkopplung als zentrale KI-Einsatzgebiete

Smart-City-Anwendungen (87 %), die Steuerung von Energieverbräuchen (85 %), Mobilität (79 %) und intelligente Gebäudesteuerung (78 %) gehören demnach für die Mehrheit der Befragten schon heute zu den zentralen Einsatzgebieten von Künstlicher Intelligenz. Mit Blick auf die nahe Zukunft in fünf Jahren liegen die Zustimmungswerte für alle diese potenziellen Einsatzgebiete bei mehr als 90 %. Dass KI insbesondere bei der Sektorkopplung von Strom, Wärme und Verkehr eine große Rolle spielen kann, gaben 82 % an. Unter anderem als Analysetool für den Betrieb von Erneuerbarenanlagen gilt KI den Befragten als vielversprechend. Da überrascht es nicht, dass sich jedes dritte befragte Unternehmen vorstellen kann, perspektivisch auf KI-Technologie zu setzen.

Kaum Strategien zu und Investments in KI-Themen

Obwohl viele Unternehmen die Potenziale von KI für den Energiebereich erkennen, verfügt aktuell nur etwa jedes achte (13 %) über eine KI-Strategie. Nur ein Bruchteil hat bereits in KI investiert (7 %) oder in naher Zukunft Investitionen geplant (6 %). Gut ein Drittel sehen hingegen gar keinen Bedarf, in KI-Technologie zu investieren. Und 80 Prozent bewerten den internen Druck, KI aktuell oder in Zukunft einzusetzen, als schwach. Daraus wiederum resultiert eine mehrheitlich abwartende Haltung. Die Dena sieht dies kritisch: "Es lohnt sich, die weitere Entwicklung jetzt zügig voranzutreiben", sagte Dena-Vorstand Andreas Kuhlmann. "Fortschritt braucht eine Richtung. Der Fokus bei der weiteren Debatte über die Nutzung von KI sollte daher auf konkreten Anwendungsfällen liegen", riet er.

Wissenslücken und Vorbehalte

Dass sich trotz des allgemeinen Digitalisierungsdrucks offenbar sehr viele nicht oder noch nicht in Richtung KI bewegen, hat der Befragung zufolge zwei Gründe: Zum einen ist der Wissensstand zum Thema noch eher gering. Zum anderen sind Vorbehalte weit verbreitet. Lediglich 17 % der Unternehmen fühlen sich gut zu KI-Themen informiert. Nur etwa ein Drittel (36 %) informiert sich bislang aktiv. "Ein weiterer Beleg für einen Wissensmangel ist, dass lediglich rund die Hälfte der Befragten (53 %) aus dem Stand Anbieter von KI benennen können", heißt es in der Studie. "Die am häufigsten genannten KI-Anbieter sind die US-Konzerne Google, Apple, Amazon und Microsoft. Deutsche Unternehmen spielen hier kaum eine Rolle." Die Vorbehalte der Energiebranche gegenüber KI beziehen sich vor allem auf Bedenken wegen Datenschutz (80 %) und Datensicherheit (72 %). Immerhin 65 % sehen die bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen als ein zentrales Hemmnis für die schnelle Verbreitung von KI in der Branche und 64 % zweifeln an der technologischen Reife von KI. /pa



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