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06.09.2019

Wärmemonitor 2018: Haushalte heizen mehr

Deutsche Privathaushalte haben 2018 mehr an Heizkosten bezahlt. Der Verbrauch an Heizenergie und die Kosten sind im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich zwei Prozent gestiegen.

Dies ermittelte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) auf Grundlage von Daten des Essener Energiedienstleisters Ista im "Wärmemonitor 2018". Sie basieren auf den Heizkostenabrechnungen von rund 300.000 Mehrfamilienhäusern in Deutschland. Dabei lag der Energiebedarf pro Quadratmeter im Westen 2018 um gut sieben Prozent höher als im Osten. Damit habe sich der Unterschied im Heizverhalten beider Landesteile im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht erhöht. Den höchsten Verbrauch verzeichnete dabei der Südwesten von Schleswig-Holstein, den niedrigsten die Region um Rostock. Nach Bundesländern hält das Saarland den Heizrekord, am wenigsten verbraucht Mecklenburg-Vorpommern.

Im Osten ist die Sanierungsrate höher

Erstmals hat das DIW beim Wärmemonitor auch Daten zur energetischen Sanierung miteinbezogen. Denn dass in Ostdeutschland weniger geheizt wird als im Westen, liegt nach Meinung der Ökonomen auch daran, dass in den Jahren nach der Wende dort viele Mehrfamilienhäuser energetisch saniert wurden. Zwischen 1992 und 2000 lag demnach der Anteil der jährlich sanierten Gebäude in Ostdeutschland zwischen ein und vier Prozent. Im Westen ist er dagegen seit 1992 von nur 0,3 Prozent auf knapp ein Prozent gestiegen, seit 2016 fällt die Quote allerdings wieder leicht. "Um den Energiebedarf bei Wohngebäuden im Durchschnitt signifikant zu reduzieren, müsste die jährliche Rate deutlich über ein Prozent liegen", kommentierte Studienautor Jan Stede. Die politischen Bemühungen und steuerlichen Anreize der vergangenen Jahre reichten offensichtlich nicht aus, um sie über diese Schwelle zu hieven. Hier gelte es die Anstrengungen "dringend zu erhöhten". Insbesondere weil der seit 2015 steigende Verbrauch auch "ein alarmierendes Signal für den Klimaschutz" sei, so DIW-Autorin Puja Singhal.

Konstante Preise lassen Ausgaben steigen

Weil die Energiepreise insgesamt 2018 konstant blieben, hat sich erstmals seit 2013 im vergangenen Jahr der steigende Verbrauch auch in den Heizausgaben je Quadratmeter niedergeschlagen. In den vergangenen Jahren waren die Preise für Öl und Gas gefallen und hatten dafür gesorgt, dass trotz höherem Verbrauch die Ausgaben für Heizenergie sanken. Allerdings gab es 2018 auch deutliche Unterschiede bei den verschiedenen Energieträgern. Für Heizöl mussten Verbraucher rund neun Prozent mehr ausgeben, für Gas vier Prozent weniger als im Jahr 2017. Da rund die Hälfte der Mehrfamilienhäuser mit Gas heizt und nur ein Viertel mit Öl, erhöhten sich im Durchschnitt die Preise nicht, erklärte das DIW seine Rechnung. "Wer jedoch mit Öl heizt, wird die stark gestiegenen Preise finanziell deutlich gespürt haben", so das DIW. Und die Kosten werden weiter zunehmen, prognostizieren die Wirtschaftsforscher. Denn steigende Ölpreise schlügen sich erst mit Verzögerung in den Heizausgaben nieder. /ml



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