Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

20.09.2019

Studie: Digitalisierung der Mittelstädte ein aussichtsreicher Markt

Europas mittelgroße Städte bieten lokalen Versorgern ein besonderes Smart-City-Marktpotenzial. Einerseits räumen die Entscheider dieser Kommunen dem Thema bei Investitionsentscheidungen mehrheitlich hohe Priorität ein, andererseits gehen sie dabei mehrheitlich ohne klare Strategie vor. Hier können Stadtwerke mit ihrem Know-how bei der Planung und Umsetzung von Smart-City-Infrastruktur punkten.

Das ist eine zentrale Kernthese der Roland-Berger-Studie "Smart Cities: The new mega-market for utilities". Die Marktanalyse beruht auf einer Umfrage unter Stadtverwaltungen von 50 Kommunen in 13 europäischen Ländern, wobei diese Städte allesamt zwischen 100.000 und 500.000 Einwohner haben.

Insgesamt 80 % dieser Stadtverwaltungen haben Smart Cities demnach aktuell mit mittlerer oder hoher Priorität auf ihrer Investmentagenda. Für den deutschsprachigen Raum kommt die Studie auf 60 % , die Smart Cites als sehr wichtiges Strategiethema betrachten und weitere 33%  , die der Digitalisierung des öffentlichen Raums eine mittlere Priorität einräumen. Durchschnittlich stellen Europas Mittelstädte deshalb 14 % ihres Gesamtbudgets für Smart-City-Infrastruktur zur Verfügung, was für Deutschland ein Budget von jährlich 4 Mrd. Euro bedeute. Gleichzeitig gaben lediglich 20 % der Studienteilnehmer an eine klar definierte, Kurz- oder Mittelfriststrategie zu haben. Aus der DACH-Region gaben dies immerhin ein Drittel an, und ein weiteres Drittel dieser Gruppe erklärte, gerade in einem Strategieprozess dazu zu stecken.

Mittelstädte mit großem Bedarf an Unterstützung

Dass Stadtwerke und lokale Energieunternehmen hier ein lohnendes Geschäftsfeld vor sich haben, hat den Analysten zufolge mehrere Gründe: "80 % der Befragten rechnen damit, dass Smart City-Projekte profitabel sein werden", sagt Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger. Dabei sähen mehr als die Hälfte der Kommunen Versorger als wichtigen Partner bei der Digitalisierung des öffentlichen Raums. "Smart City-Anforderungen passen perfekt zu den Kompetenzen der Versorgungsunternehmen. Diese sollten deshalb Werkzeuge und Konzepte erarbeiten und damit gezielt auf die mittelgroßen Städte zugehen. Dort ist der Bedarf an Unterstützung am größten", rät Henzelmann. Dies gelte, weil gerade diese Kommunen meist nicht allein über die nötigen Ressourcen verfügten.

Vielfach Erfahrungen mit Mobility-Pilotprojekten

Gleichzeitig zeigt die Studie auf, dass eine Mehrheit von 80 % (sowohl insgesamt als auch in der DACH-Region) bereits Erfahrungen mit umgesetzten Smart-City-Pilotprojekten hat. Im deutschsprachigen Raum verstehen die Studienteilnehmer darunter vor allem den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos, intelligente Verkehrsleitsysteme, vernetztes Car- und Bikesharing sowie die Digitalisierung von Verwaltungsaufgaben und -Services (E-Government). In den übrigen Mittelstädten Westeuropas liegt der Fokus bei umgesetzten Piloten ebenfalls auf Mobilitätsthemen. Hier gehören Smart-Lighting-Lösungen und Smart-Parking zusätzlich zu den am häufigsten genannten Beispielprojekten.

Mobilität generell als zentrales Smart-City-Thema

Insgesamt halten ohnedies 84 % aller Studienteilnehmer den Bereich Verkehr und Logistik für ein zentrales Smart-City-Thema, 73 % geben 5G und Internetkonnektivität als entscheidenden Punkt einer Smart-City-Strategie an. Smart-Grids und Smart-Energy-Lösungen stehen für 64 % der Studienteilnehmer weit oben auf der Prioritätenliste. /pa



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