Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

11.10.2019

Smart-meter - Rollout wird voraussichtlich im Dezember starten

Nach jahrelangem Warten wird der Startschuss für den Pflichteinbau intelligenter Stromzähler voraussichtlich noch in diesem Jahr fallen. Das zuständige Bundesamt BSI sei "sehr zuversichtlich" nicht nur die Zertifizierung des dritten Gateways bis Dezember, sondern auch die Markterklärung direkt im Anschluss fertig zu bekommen, kündigte Referatsleiter Dennis Laupichler auf den "Metering Days" in Fulda an.

Dann sieht er die grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB) am Zug. "Wir wollen kein Warten auf G2 und werden daher als Behörde auch nicht mehr die Begriffe G1 und G2 verwenden." Damit sprach er die Vorbehalte vieler Unternehmen an, die die erste Generation der Gateways mit nur wenigen Tarifanwendungsfällen (Taf) als wenig nützlich einstufen und am liebsten direkt die zweite Generation einbauen würden. Dank Software-Updates sollten sich aber auch die G1-Geräte "problemlos" steuern und schalten lassen, wie nicht nur der BSI-Referatsleiter, sondern auch die Chefs der Gateway-Hersteller PPC und EHM, Peter Heuell und Ingo Schönberg, in Fulda beteuerten.

Die Uhr läuft ab Markterklärung

Alexander Kleemann, Referent im Bundeswirtschaftsministerium und Leiter der neuen Geschäftsstelle, die sich in Berlin um den Rollout kümmern soll, forderte ebenfalls, dass es 2020 zügig mit dem Einbau losgehe. Drei Jahre ab dem Tag der Markterklärung hätten die gMSB Zeit, um 10 % der Pflichteinbauten abzuarbeiten, danach weitere fünf Jahre für die 100 %, erläuterte Kleemann auf mehrfache Nachfrage. "In den acht Jahren kann jeder so verfahren, wie er es möchte." So manch einer der 700 im Auditorium versammelten Branchenteilnehmer hatte sich Sorgen gemacht, dass die im Digitalisierungsgesetz 2016 verankerte Zeitspanne, schon seit 2017 läuft - also im Jahr 2025 der Rollout bei allen Verbräuchen über 6.000 kWh abgeschlossen sein müsste.

Die großen Messstellenbetreiber Innogy Metering und Eon Metering, die im Zuge des RWE/Eon-Deals bald zusammenwachsen, gaben sich beide optimistisch, die zehn Prozent in den ersten drei Jahren gut meistern beziehungsweise noch deutlich überschreiten zu können. "Wenn die Prozesse alle stabil laufen, werden die 10 % kein Problem sein", sagte der Eon-Metering-Geschäftsführer Paul-Vincent Abs. Bouke Stoffelsma, Vorstand von Hausheld, setzt in seinem Geschäftsmodell dagegen auf einen Vollrollout im Auftrag von Stadtwerken. Für die Stadtwerke Saarlouis (energate berichtete) hat das Unternehmen bereits 5.000 Zähler eingebaut, mit der Markterklärung soll der Rollout in der saarländischen Stadt so richtig losgehen.

Stoffelsma betonte nochmals, dass ein Vollrollout auch unter den gegebenen engen Preisobergrenzen wirtschaftlich sei. Auch Eon und Innogy können der Idee des flächendeckenden Einbaus von Gateways, die Hausheld unter anderem in Ortsnetzstationen einbaut, einiges abgewinnen. "Das ist nicht eine Frage des Ob, sondern eine Frage des Wann", sagte Oliver Schmitt, Geschäftsführer der Innogy Metering. Dies setze allerdings voraus, "dass wir das Interesse unserer Kunden für ihre eigenen Energiewerte wecken und auch einen klaren Nutzen für sie darstellen können". Auch Abs gab sich als "großer Verfechter", dass intelligente Zählertechnik "bis in die letzte Studentenbude ausgerollt werden kann". Aber dafür müssen auch die Geräte günstiger werden, adressierte er in Richtung der beiden Hersteller PPC und EMH.

Bundeswirtschaftsministerium will über Preisobergrenzen nicht diskutieren

Im niedrigsten Verbrauchsfall dürfen MSB 23 Euro brutto pro Jahr abrechnen. Über die Anhebung der Preisobergrenzen will Ministeriumsreferent Kleemann auch nicht vor dem im Gesetz fixierten Zeitpunkt 2027 diskutieren. "Einiges wird teurer, anderes billiger", antwortete er auf den Einwand aus dem Auditorium, dass die sichere Lieferkette - auch liebevoll Silke genannt - mehr kostet als erwartet. Auch Eon-Geschäftsführer Abs wies auf deutlich gestiegene Montagekosten hin. Kleemann riet den MSB zu Kreativität: "Man darf Smart Metering nicht nur als Stromthema sehen. Sie können doch auch als Dienstleister für andere auftreten." Submetering und Mehrspartenabrechnung, aber auch das Schalten und Steuern von Anlagen, seien jetzt bereits möglich, betonten die beiden Zählerhersteller. /mt



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