Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

01.11.2019

Die iKWK-Ausschreibungen im Überblick

Bisher hat die Bundesnetzagentur drei Ausschreibungsrunden für innovative KWK-Systeme durchgeführt. energate berichtet in einem Hintergrund über die Anforderungen an die Wärmekonzepte und die bisherigen Ergebnisse.

In der KWK-Förderung gab es Ende 2017 einen Systemwechsel. Seitdem treten im Rahmen von Ausschreibungen Wärmekonzepte im Segment von 1 MW bis 50 MW gegeneinander an. Jährlich 50 MW sind dabei für innovative KWK-Systeme reserviert, die sich auf je 25 MW in zwei Runden - immer im Juni und Dezember - aufteilen. Die Preisobergrenze liegt hier mit 12 Cent/kWh deutlich höher als bei konventionellen Systemen. Allerdings sind auch die Anforderungen komplexer. 30 % grüne Wärme müssen die Planer in ihrem Netz unterbringen. Nicht gerechnet auf die gesamte Laufzeit, sondern Jahr für Jahr betrachtet. Für jeden verfehlten Prozentpunkt wird Förderung für jeweils 300 Vollbenutzungsstunden abgezogen. Zur Einordnung: die KWK-Ausschreibungsverordnung gewährt pro Jahr eine Zuschlagszahlung für höchstens 3.500 Vollbenutzungsstunden. Ein Abzug von jeweils 300 Stunden trifft die Unternehmen also schon empfindlich.

Drei Runden mit wenigen Bietern

Im Juni 2018 fand die erste Ausschreibungsrunde statt. Mit knapp 21 von ausgeschriebenen 25 MW war diese leicht unterzeichnet. Vier von fünf Zuschlägen gingen an kommunale Unternehmen. Der durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 10,27 Cent/kWh und damit noch höher als mancher Experte im Vorfeld prognostiziert hatte. Unter den ersten Gewinnern waren die Stadtwerke Lippstadt, die anfangs eine große Solarthermieanlage für die Versorgung eines Klinikstandorts im Auge hatten. Inzwischen plant das Unternehmen aus Kosten- und Risikogründen die Solarthermieanlage kleiner und stattdessen die Wärmepumpe größer (energate berichtete). Eine Förderkürzung von 300 Betriebsstunden für jeden nicht erreichten Prozentpunkt grüne Wärme will das Unternehmen nicht in Kauf nehmen. Zu den ersten Gewinnern zählten auch die Stadtwerke Bad Reichenhall. Sie starteten als erstes Unternehmen in Deutschland schon mit dem Bau ihres iKWK-Systems. Herzstück ist eine Grundwasser-Wärmepumpe mit einer thermischen Leistung von rund 2 MW (energate berichtete). Das System mit einem saisonalen Großwärmespeicher soll Ende 2020 in den Probebetrieb gehen.

Zweite Ausschreibungsrunde ohne Wettbewerb

Die zweite iKWK-Ausschreibungsrunde ging im Dezember 2018 bereits ohne jeglichen Wettbewerb zu Ende. Für die ausgeschriebenen 29 MW gingen nur drei Gebote mit einem Umfang von 13 MW ein. Der durchschnittliche Zuschlagswert stieg folglich auf 11,31 Cent/kWh. Die Ahrtalwerke, die Stadtwerke Heidelberg und die auf Power-to-Heat-Lösungen spezialisierte Glood GmbH machten das Rennen. Die dritte Runde verlief nicht viel besser, immerhin wurden aber noch 22 MW von insgesamt 30 MW bezuschlagt. Unter den fünf Gewinnern befanden sich erneut die Stadtwerke Heidelberg, aber auch Neulinge wie die Stadtwerke aus Rosenheim und Bietingheim-Bissingen. Die Stadtwerke Heidelberg planen am Kraftwerksstandort zwei identische iKWK-Systeme. Die beiden Wärmepumpen mit ihren 1.800 Betriebsstunden lassen sich im Fernwärmenetz nach Unternehmensangaben "unkritisch unterbringen" - voraussichtlich im Frühsommer oder den Herbstmonaten (energate berichtete).

Ein strukturelles Problem sieht die Bundesnetzagentur trotz der bescheidenen Teilnehmerzahlen nicht. Die Branche befinde sich auf einem "Lernpfad", hatte Achim Zerres, Abteilungsleiter Energieregulierung der Bundesnetzagentur, im energate-Interview betont. Die Banken müssten erst Vertrauen in solche Vorhaben fassen. Sobald es ein paar positive Beispiele gebe, werde es für die anderen einfacher. Man darf also gespannt sein auf die nächste Runde im Dezember. /mt



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