Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

22.11.2019

Das Netz der Zukunft im Blick

Als Schnittstelle der Energiewende spielen Verteilnetze eine entscheidende Rolle. Aus regulatorischer aber auch aus technischer Sicht gibt es aber noch offene Fragen. Ein Bremsklotz bleibt der Smart-Meter-Rollout.

Ein zweistelliger Milliardenbetrag muss in den kommenden Jahren in die Netzinfrastruktur investiert, für IT und Kommunikationsanwendungen sowie für die Integration von dezentralen Erzeugern wie Solaranlagen. Hinzukommen neue Anwendungen wie die Elektromobilität, die das Netz zusätzlich belasten. "Wir müssen einen hohen Netzausbau auf Niederspannungsebene vermeiden", sagte der Energiestaatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Andreas Feicht auf dem Netzforum des VKU in Berlin.

Eine Rolle werde dabei ein intelligentes Lademanagement für Elektroautos oder auch für Wärmeanwendungen mit Strom spielen. Noch fehlen aber etwa die regulatorischen Voraussetzungen, um Verbrauchern finanzielle Anreize für das Verschieben von Lasten zu bieten. Eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums hatte zwar bereits einen möglichen Weg zur Reform des relevanten Paragrafen 14a im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) aufgezeigt (energate berichtete). Laut Energiestaatssekretär Feicht wird das Wirtschaftsministerium aber erst im kommenden Jahr einen konkreten Vorschlag dazu machen.

Feicht: Energiebranche soll 450 MHz nutzen

Unterstützung sagte Feicht der Energiebranche bei der Nutzung der 450 Megahertz-Frequenzen zu. Die Unternehmen wollen diese für die Kommunikation zwischen der wachsenden Zahl von dezentralen Anlagen im Netz nutzen. Aber auch die Sicherheitsbehörden haben ein Auge auf die Frequenz geworfen (energate berichtete). Die Bundesregierung habe noch keine finale Entscheidung getroffen, betonte Feicht. Das Wirtschaftsministerium werbe aber bei den anderen Ressorts dafür, dass die Energiebranche die Frequenz ausschließlich nutzen dürfe. Neben dem Bundeswirtschaftsministerium hat auch das Verkehrsressort eine Studie zu dem Thema beauftragt. Letztere wird aber noch unter Verschluss gehalten.

Keine Diskussion um die Digitalisierung der Energienetze kommt ohne das leidige Thema Smart Meter-Rollout aus. Ihm sei bewusst, dass die Bundesregierung hier dem ursprünglichen Zeitplan hinterherhinke, betonte Feicht. Er sei aber optimistisch, dass die notwendige dritte Zertifizierung eines Smart Meter-Gateways bald erfolgen werde und damit der offizielle Rollout beginnen könne. Das Bundeswirtschaftsministerium werde dann auch mit einer öffentlichen Kampagne für das Thema werben.

Preisobergrenze in der Kritik

Unter den Netzbetreibern gebe es aktuell noch Diskussionen, ob diese sich nur auf den Pflichtrollout beschränken oder gleich alle Stromzähler im Gebiet tauschen sollen, schilderte der stellvertretende VKU-Hauptgeschäftsführer Michael Wübbels. Den Vollrollout nehmen etwa die Stadtwerke Saarloius gemeinsam mit dem Anbieter Hausheld in Angriff (energate berichtete). Ein Problem bleibt, dass die aktuelle zertifizierte Gerätegeneration noch nicht über alle Möglichkeiten verfügt, um etwa intelligentes Laden anzubieten. Wübbels forderte daher, die Zertifizierungsverfahren künftiger Gerätegenerationen und Komponenten müssten deutlich schneller laufen als bisher. Behörden und Hersteller sollten sich hier besser abstimmen. Auch die geltende Preisobergrenze für den Einbau der Geräte müsse angepasst werden. Sie stammt aus dem Jahr 2015. Die dazu notwendige Kosten-Nutzen-Analyse solle daher schneller durchgeführt werden als dies aktuell im Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vorgesehen ist. /kw



Twitter-Logo
FOLGEN

NEWSTICKER
19.05.2020

Politik & Recht / Energiepolitik

Stellungnahme zum Verfahren 2020/7-IX der Clearingstelle EEG|KWKG zum Thema Messstellenbetriebsgesetz

19.05.2020

Presse / Mitteilungen

VfW zur Renovierungsstrategie: Verpasste Chancen und Halbherzigkeit

15.05.2020

Projekte / nach Firmen

Projekt des Monats: Energieeinspar-Contracting für Essener Rathaus

alle Meldungen

 

08.06.2020, 15.00–16.30 Uhr

Online-Seminar: Dezentrale Stromversorgung im Quartier

Für Marktteilnehmer, die sich mit dezentraler Stromerzeugung in der Wohnungswirtschaft beschäftigen. ... mehr

  • Seminar
  • Seminar
  • Seminar