Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

13.12.2019

Hochtemperaturstahlspeicher in Berlin-Tegel errichtet

In einem Wohnquartier des Kommunalunternehmens Gewobag in Berlin-Tegel hat das Start-up Lumenion einen Hochtemperaturstahlspeicher errichtet. Das Ende 2018 gestartete Projekt mit einem Speichervolumen von 2,4 MWh (energate berichtete) wurde nun vollendet und der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Speicher nimmt regionale Stromerzeugungsspitzen aus Solar- und Windenergie auf und speichert sie in Form von Wärme.

Der überschüssige Strom erhitzt dabei den Speicherkern aus Stahl auf bis zu 650 Grad Celsius. Die gespeicherte Energie dient dann der Bereitstellung von Wärme für Heizung und Warmwasser des Wohnviertels und könne bei entsprechender Nachrüstung einer Turbineneinheit auch rückverstromt werden.

Grundstein für netzdienliche Großspeicher gelegt

Das Projekt sei ein "wichtiger Meilenstein" auf dem Weg zur Kommerzialisierung der Lumenion-Speichertechnologie und zur Dekarbonisierung des Wärmesektors, hob Lumenion-Geschäftsführer Alexander Voigt hervor. Einen ersten 450-kWh-Prototypen hat Lumenion auf dem Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin-Oberschöneweide erfolgreich getestet. Der Quartiersspeicher sei netzdienlich, kosten- und platzeffizient und die Grundlage für die Planung größerer Systeme mit einem Speichervolumen von 40 MWh oder sogar 500 MWh. Auch Kerstin Deller, Leiterin des Referates Wärmewende und Sektorkopplung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, erklärte ihn zum "Paradebeispiel für die im Zuge der Energiewende notwendige Sektorkopplung von Strom und Wärme".

Speicher ergänzt Erdgas-BHKW

Der Stahlspeicher ergänzt ein benachbartes erdgasbetriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW) der Vattenfall Energy Solutions, das seit 2015 rund 1.700 Haushalte, zwei Kindertagesstätten und einige Gewerbeeinheiten mit Strom und Wärme versorgt. Mit der Inbetriebnahme der Anlage rechnet Lumenion im ersten Quartal 2020. Zu einem späteren Zeitpunkt sei auch eine Rückverstromung der gespeicherten Wärme über einen Stromgenerator denkbar. Dies scheitere derzeit noch an der Wirtschaftlichkeit aufgrund zu hoher Umlagen und Abgaben. Auf die regulatorischen Rahmenbedingungen angesprochen, sprach Kerstin Deller von einem "Reformstau", den das Klimapaket der Bundesregierung angehen soll. Gerade bei der lokalen Versorgung von Quartieren möchte ihr Ministerium Erleichterungen schaffen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert den Speicher als Teil des "WindNODE"-Projektes, das die Realisierung einer Vollversorgung aus erneuerbaren Energien in Nordostdeutschland im Rahmen des Schaufenster-Programms Sinteg erforscht. /ne



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