Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting

Hannover, 18.12.2017

Wärmelieferverordnung – Meilenstein für die Anerkennung eines neuen Verfahrens bei Wärmelieferung erreicht

Gemeinsame Pressemitteilung der Verbände AGFW, BDEW, VfW und GdW

Die nahezu klimaneutrale Energieversorgung im Gebäudebestand bis 2050 ist ein zentrales Ziel der Energie- und Klimapolitik Deutschlands. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, werden Instrumente und Lösungen benötigt, die die Sanierungsrate im Gebäudebestand deutlich beschleunigen. Die Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung wie Fernwärme oder Contracting ist ein wichtiger Baustein in der Sanierung und Heizungsmodernisierung im Mietwohnbestand. Seit ihrer Einführung wirkt aber die hierfür maßgebliche Wärmeliefer­verordnung wegen praxisfremder Annahmen eher bremsend als fördernd. Zum Nachteil nicht nur der Branche, sondern auch von Mietern und Vermietern. Denn dringend notwendige Investitionen in Effizienz und erneuerbare Energien sowie der Austausch von alten Heizungen werden verzögert oder gar verhindert.

Ein Verbändebündnis aus AGFW, BDEW, ESCO Forum im ZVEI und VfW hat hier einen wichtigen Impuls gegeben. Im vergangenen Jahr wurde eine Lösung mit der Entwicklung eines praxistauglichen Verfahrens auf Basis der empirischen Studie des EBZ[1] in Bochum geschaffen. Das Verfahren liefert eine realistische Einschätzung des Altkessels und wird seitdem immer öfter in der Praxis von Contractoren und Fernwärmeversorgern verwendet.

Das zugrundeliegende Berechnungsverfahren wurde jetzt in das AGFW-Regelwerk mit dem Titel „FW314 - Berechnung des Jahresnutzungsgrades von Wärmeerzeugungsanlagen in der Wohnungswirtschaft“ übernommen.

Damit wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein für die offizielle Anerkennung erreicht. Nicht nur wurden Berechnungsmethodik und Vorgehensweise damit einem vom Gesetzgeber anerkannten Verfahren und einer erneuten Prüfung unterzogen, sondern auch die interessierte Öffentlichkeit erneut mit einbezogen und um Kommentierung gebeten. Diese Gelegenheit hat beispielsweise der Deutsche Mieterbund genutzt und wichtige Anmerkungen zum Regelwerksbaustein hinzugefügt.

An der erfolgreichen Umsetzung in einen AGFW-Regelwerksbaustein haben Branchen­unternehmen, aber auch Vertreter der Verbände VfW, ESCO-Forum, GdW und BDEW mitgearbeitet oder unterstützend begleitet.

Der Regelwerksbaustein wird Anfang 2018 offiziell im Bundesanzeiger veröffentlicht, kann aber bereits heute von der AGFW-Internetseite kostenfrei heruntergeladen werden.



[1] Gutachten zur „Ermittlung von anerkannten Pauschalwerten für den Jahresnutzungsgrad (JNG) von Heizungsanlagen“, Institut „Energiefragen der Immobilienwirtschaft“ der EBZ Business School, Bochum.



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