Hintergrund Energiedienstleistung ContractingEinspar-Contracting
Contracting-Projekt

Nahwärme in Moosach – Leuchtturmprojekt für die Energiewende im Landkreis Ebersberg


Contractingart: Energieliefer-Contracting

Ausgangslage:
Die Gemeinde Moosach im oberbayrischen Landkreis Ebersberg hat sich verabschiedet von konventioneller Wärmeversorgung, die aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird und mit einem hohen Treibhausgasausstoß sowie einer starken Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten verbunden ist. Und geht damit einen großen Schritt in Richtung effektivem Klimaschutz:

Die Kombination aus Biomassekessel und Solarthermieanlage bietet die Möglichkeit nachhaltig Wärme zu erzeugen, die über ein verzweigtes Leitungsnetz an die Haushalte gelangt. In Moosach kommen als Wärmeerzeuger ein Biomassekessel mit 390 Kilowatt (kW) sowie zwei Kessel mit je 530 kW zum Einsatz. Durch Rahmenverträge mit lokalen Lieferanten wurde durch die Betreibergesellschaft sichergestellt, dass der Brennstoff aus einer Entfernung von maximal 40 Kilometern kommt. Besonders im Sommer wird die 1067 m² große Solarthermieanlage einen wichtigen Beitrag zur Wärmeversorgung leisten, sie reduziert in der Energiezentrale den Einsatz von Holz signifikant. Zwischengespeichert wird die erneuerbar erzeugte Wärme im 100 m³ großen Pufferspeicher. Die Kombination dieser Techniken speist das 4,4 km lange Leitungsnetz, das von der Gemeinde Moosach errichtet und an die Betreibergesellschaft verpachtet wurde, mit erneuerbarer Wärme – und löst so viele alte Ölheizungen in der Gemeinde ab.

Vertragsbeginn: 2018

Objektart: Alt-/Neubau

Beteiligte Unternehmen: NatCon Südbayern GmbH & Co. KG

Einsparung:
99,8% der CO2-Emissionen

Förderung in den Programmen: Förderung in Höhe von 400.000 € und einen Baukostenzuschuss erhalten.

Bemerkung:

Erfahrungen
Wie kam es zu der Entscheidung, die Maßnahmen mit Contracting umzusetzen? Wer war der Initiator des Projektes?
Die Gemeinde Moosach in Oberbayern hat das Ziel, ab 2030 unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Gemeinschaftlich trieben die Gemeinde, die NATURSTROM AG und die Genossenschaft Regenerative Energie Ebersberg eG (REGE eG) sowie alle weiteren beteiligten Firmen das Nahwärmeprojekt voran. 2018 liefen die Bauarbeiten dann auf Hochtouren: In Rekordzeit entstanden in Moosach - neben dem Sägewerk Oswald - die Energiezentrale und die 1.067 m² große Freiflächen-Solarthermieanlage, die das Heizhaus umgibt. Das Herzstück ist die Energiezentrale, deren innovative Technik für die verlässliche Wärmeversorgung sorgt.

Welche Faktoren haben die Entscheidung für Contracting begünstigt? Was waren die Motive des Kunden? Welche Hindernisse mussten überwunden werden?
Gemeinsam für den Klimaschutz: Die Planung und Projektierung der Energiezentrale in Moosach - bestehend aus einem Heizhaus und der Freiflächensolarthermieanlage erfolgte durch NATURSTROM. Nach Fertigstellung wurde die Energiezentrale schlüsselfertig an die Betreibergesellschaft, die NatCon Südbayern GmbH & Co. KG, übergeben. Diese übernimmt den Betrieb der Energiezentrale, pachtet das Nahwärmenetz von der Gemeinde Moosach, betreibt es und liefert somit die Wärme an die Wärmekundinnen und -kunden.
NATURSTROM tritt während der Betriebsphase als Dienstleister für die kaufmännische und technische Betriebsführung des Nahwärmenetzes auf.

Aus Kundensicht

Besondere Vorteile oder Wirkungen des Projektes?
„Das Nahwärmeprojekt in Moosach ist ein Leuchtturmprojekt für die Energiewende im Landkreis Ebersberg. Ohne NATURSTROM als starker Partner, den Nahwärmebeauftragten Willi Mirus sowie Bürgerinnen und Bürger, die ihre Gebäude mit regenerativer Wärme aus der Region versorgen möchten, wäre eine erfolgreiche Umsetzung nicht möglich gewesen“, lobt Robert Niedergesäß, Landrat des Landkreises Ebersberg.

Motivation für Contracting bzw. Energiedienstleistung?
Als ganzheitliches Energieversorgungsunternehmen hat die NATURSTROM AG aus Eggolsheim im oberfränkischen Landkreis Forchheim den Anspruch, neben der Strom- auch die Wärmewende voranzutreiben. Daher plant, projektiert und baut NATURSTROM regenerative Nahwärmenetze. Um dabei konkurrenzfähige Preise zum derzeit niedrigen Stand von Erdöl anbieten und langfristig halten zu können sowie zugleich einen wirtschaftlichen Betrieb der Projekte zu ermöglichen, sind die innovativen Nahwärmenetze auf staatliche Förderprogramme angewiesen.

Mehrwerte neben der Energie(kosten-)einsparung?
Mit Nahwärme ist Moosach bestens für die Zukunft gerüstet. Künftig heizt nicht jedes Haus für sich allein, sondern die Nachbarschaft bezieht gemeinsam Wärme aus einem Netz.
Sind die Leitungen einmal verlegt, dient Ihnen die Energiezentrale für Jahrzehnte als lokale Wärmequelle. Ein wesentlicher Vorteil: Sollte in Zukunft eine noch effizientere Wärmeerzeugung entwickelt werden, ist die Technik im Heizhaus schnell ausgetauscht. Die Erneuerung hunderter Einzelheizungen wäre dagegen mit einem großen Mehraufwand an Kosten, Ressourcen und Zeit verbunden.

Kurzes Resümee: Wie würden Sie das Projekt aus heutiger Sicht beurteilen? Was ist das Besondere an diesem Projekt?
Künftig wird durch die regenerative Wärmeerzeugung klimaschädliches CO2 gespart. Anschlussnehmerinnen und Anschlussnehmer werden unabhängig von Rohstoffimporten aus dem Ausland und profitieren vom Komfort, den ein Anschluss an die Nahwärmeversorgung mit sich bringt.
Eine Wärmeversorgung aus lokalen, nachwachsenden Rohstoffen ist zudem frei von Geräusch- und Schadstoffen und bietet dabei eine exzellente Versorgungssicherheit. Zudem erfüllt sie alle gesetzlichen Voraussetzungen an den Primärenergiefaktor (PEF), der alle gesetzlichen Mindestanforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) und der KfW-Effizienzhäuser übertrifft.
Der Primärenergiefaktor bezieht neben der Effizienz der Bereitstellung auch die CO2-Emissionen ein. Bei einem Anschluss ans Nahwärmenetz mit einem Primärenergiefaktor von 0,31 starten Hauseigentümer bestens in eine nachhaltige Zukunft.



Ausführende(s) Mitgliedsunternehmen:

Plus-Mitglied
Naturstrom AG
91330 Eggolsheim
Tel.: +49 9545 443843-410
Fax: +49 9545 443843-999

 

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